Theater AG

Fotos von Jürgen Bross

November 2016: Arsen und Spitzenhäubchen

Bühne frei für „Arsen und Spitzenhäubchen“ sollte es eigentlich schon im Sommer des letzten Schuljahres heißen. Aus gesundheitlichen Gründen sah sich jedoch Frau Bolland nicht in der Lage, die stressige Endprobenzeit durchzustehen. Getreu ihrem Grundsatz „Ganz oder gar nicht“, wurde somit zum ersten Mal seit Bestehen des Lappersdorfer Gymnasiums keine Schuljahresendaufführung der Theatergruppe gezeigt. Doch Aufgeben ist nicht Sache der Lappersorfer Kinder! „Wir sind doch alle im nächsten Schuljahr noch da!“, schrieb der erste in einer Mail …. „Ja … wir könnten das Stück doch auch verschieben…!“ … Der Gedanke einer Winteraufführung tauchte auf. Wir überdachten die Folgen … es würde bedeute, gleich mit Schulanfang in die „Vollen“ zu gehen, Proben an den regulären Donnerstagen, aber auch an Samstagen für die Hauptspieler und fast die ganzen Herbstferien hindurch. Wir stimmten ab … und los ging’s! Nach anfänglichen Problemen mit Umbesetzungen, legten sich alle ins Zeug. Verstärkung bekamen wir mit zwei Mädles aus den 6. Klassen, Emmi Menke und Johanna Hofherr, die ihre Sache großartig machten. Den 11.-Klässlern große Anerkennung, dass sie trotz „alles ist neu“ und Klausurenbeginn dabeigeblieben sind. Mit Frau Gietl gibt es nun an der Schule eine zweite „Theaterfrau“….vielen Dank für den unkomplizierten, engagierten Einstieg und die Unterstützung. Mal sehen, wie die Theaterlandschaft an der Schule sich in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Nun zum Stück: Mortimer Brewster, Theaterkritiker und bis dato eingefleischter Junggeselle erlebt just am Tage seiner Hochzeit, wie seine bis dahin beschauliche Welt aus den Fugen gerät. Nichts ist mehr wie es war, als er entdeckt, dass seine beiden liebreizenden Tanten, bei denen er aufwuchs, alleinstehende Herren aus Gründen der Nächstenliebe um die Ecke bringen. Unterstützt werden sie dabei von Teddy, einem weiteren Neffen, der sich für Präsident Roosevelt hält und alle Leichen brav in den Tiefen des Kellers verscharrt, der für ihn der Panama-Kanal zu sein scheint. Verzweifelt versucht Mortimer all diese Dinge zu vertuschen und wieder gerade zu rücken, da taucht auch noch der dritte, bislang verschollene Neffe auf, ein mittlerweile gesuchter geisteskranker Mörder ….. Nun ist das Chaos komplett und für Mortimer beginnt die schlimmste Nacht seines Lebens.

Mit großer Spielfreude nahmen die Kids ihre Rollen wieder auf und hauchten ihren Figuren auf herrlich überzeichnete Weise Leben ein. Besonders hervorzuheben ist dabei Mattis Moll als Mortimer, der dem berühmten Cary Grant aus dem gleichnamigen Film der 40ger Jahre in nichts nachsteht. Die Schülerinnen und Schüler meisterten diese eher sprechlastige Stück derart kompetent und routiniert, dass es eine helle Freude war. Die Aula war an beiden Aufführungen am 22.11. und 24.11.2016 bis auf den letzten Platz gefüllt und die Zuschauer folgten der langen Inszenierung (Immerhin beinahe 2 Stunden!) gebannt und mucksmäuschenstill. Tosender Applaus am Ende war der Lohn. Ein riesiges Kompliment auch an die Jungs der Technik, die völlig autark agierten und alle in das rechte Licht und den besten Ton setzten.

Besonders schön für uns ist es, dass es am 3. Februar 2017 noch eine Aufführung geben wird und zwar an einem exklusiven Standort, nämlich im Aurelium! Das ist dann auch ein Freitag, so dass alle, denen es unter der Woche zu spät war, doch noch in den Genuss von „Arsen und Spitzenhäubchen“ kommen können!

Leitung:
Elisabeth Gietl
Birgit Bolland